Am ersten Tag steht die Fahrt von Dortmund nach Ljubljana an.

Zug 1 – RE1 von Dortmund-Kurl nach Köln Messe/Deutz – 7:34 bis 9:07. Dauer 1:33h.

Der erste Zug ist relativ voll, der RE1 ist eben einfach ein Pendlerzug. Trotzdem habe ich Glück und finde einen Doppelplatz für mich und meinen Rucksack.

Auf dieser Fahrt tun sich zwei Probleme technischer Natur auf: Erstens funktioniert das mobile Internet währen der gesamten Fahrt immer nur stückweise, obwohl die ganze Strecke durch dichtbesiedeltes Gebiet führt.

Zweitens funktioniert Pokemon Go während der Zugfahrt nicht, Zugfenster scheinen GPS zu blockieren.

Dann Umstieg in Köln Messe/Deutz. Das Gleis für den Fernverkehr ist etwas versteckt, sodass ich den Anschluss beinahe verpasse.

Testbild: Zusammen mit meinem Laptop und meinem Rucksack brauche ich zwei Plätze…

Zug 2 – ICE 1011 – Köln Messe/Deutz nach Stuttgart Hbf – 9:17 bis 11:22. Dauer 2:05h.

Um Papas Neugier zu befriedigen: Der ICE 1011 startet in Münster und endet in Stuttgart.

Ich würde wirklich gerne von unterwegs an diesem Blog arbeiten. Leider ist die Internetverbindung, selbst über das ICE-WLAN, so schlecht, dass eine Bedienung der Weboberfläche von WordPress so gut wie unmöglich ist.

Ich bin nicht der einzige auf Rundtour durch Europa: Neben mir sitzt eine 4-köpfige taiwanesische Familie mit 15-tägigem Eurail-Pass, die bis jetzt vor allem Frankreich, Belgien und die Niederlande bereist hat.

Mit minimaler Verspätung erreiche ich um 11:25 Stuttgart Hbf. Hier wird immer noch sehr fleißig gebaut, in seinem momentanen Zustand macht der Bahnhof definitiv dem in Dortmund Konkurrenz in Sachen Schönheit.

Bauarbeiten im Stuttgarter Hbf.

Zug 3 – EC 115 von Stuttgart Hbf nach Villach Hbf – 11:58 bis 18:43 – Dauer: 5:45h.

Nach kurzer Pause und Stärkung bei Yorma’s geht es weiter mit der längsten Etappe des Tages. Im Zug sitze ich in einem Abteil mit 6 Plätzen.

Auf dem ersten Teilstück bis Ulm sitzt mir eine dänische Geschäftsfrau gegenüber, mit der ich ins Gespräch komme. Sie verkauft Kosmetikprodukte und ist gerade auf dem Weg zu einem Treffen mit den Einkäufern einer großen deutschen Drogeriekette. Wir unterhalten uns über ihre Arbeit und meine Reise und stellen dann fest, dass wir beide Spanisch sprechen. Daraufhin berichte ich von meiner Zeit in Bolivien, es folgt eine kurze Unterhaltung über die Vorzüge eines Wehr-/Zivildienstes. Schließlich landen wir beim Thema Studium. Ich erfahre, dass das Studieren in Dänemark nicht nur umsonst ist, sondern den Studenten zusätzlich vom Staat ein „Gehalt“ von ca. 1000€ pro Monat gezahlt wird.

Die Strecke wirkt auf dem ersten Teilstück sehr beschaulich, irgendwie als wäre man auf einer Modelleisenbahn unterwegs.

Ab Günzburg teile ich mir mein Abteil mit einer fünfköpfien österreichischen Familie (3 Söhne, 6 bis ca. 12). Waren gerade im Legoland in Günzburg und sind jetzt auf dem Heimweg in die Nähe von Linz. Probleme bei der Kommunikation, ich muss immer wieder nachfragen. Trotzdem nette Unterhaltung. Steigen in Salzburg aus und um.

Kurze Zeit nachdem die Familie den Zug verlassen hat, betritt Richard mein Abteil. Richard sieht, dass ich gerade auf meinem Handy Pokemon spiele und ist dann nicht mehr zu bremsen. Er ist ein großer Nintendo-Fan und hat selber eine Nintendo Switch dabei. In der nächsten halben Stunde empfiehlt er mir eine Vielzahl von GameBoy-Spielen, die ich unbeding ausprobieren muss. Danach erzählt er mir über seine Arbeit: Er ist in der Ausbildung zum Hotelfachmann und pendelt zwischen Ausbildungsbetrieb und Schule hin und her. Schließlich kommen wir, wie bei Gesprächen mit Österreichern unvermeidbar, auf die sprachlichen Unterschiede zu sprechen. Sein liebstes deutsches Wort: Schluchtenscheißer. Zwei Stationen vor Villach steigt Richard aus, den Rest der Fahrt bin ich alleine.

Die Landschaft auf der Strecke durch die Alpen ist großartig, die folgenden Bilder fangen das nur unvollständig ein.

Zug 4 – D 315 von Villach Hbf nach Ljubljana – 18:53 bis 20:42 – Dauer: 1:49h.

Auf dieser Teilstrecke sieht die Landschaft der im Alpenvorland sehr ähnlich.

Der Zug ist etwas in die Jahre gekommen, ein Modell das bei der DB wohl vor ca. 40 Jahren aussortiert worden wäre. Ich sitze wieder in einem 6er-Abteil.

Auf der ganzen Strecke teile ich mir das Abteil mit Julie und Andreas, einem dänischen Pärchen aus Aarhus in Dänemark auf Interrail-Tour durch Südosteuropa. Die ganze Fahrt über unterhalten wir uns über Sprachen, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem Deutschen, dem Dänischen, dem Spanischen etc, die Zeit vergeht wie im Flug..

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